Europäischer Kultursommer Fellbach 19. Mai – 9. September 2017

Hauptprogramm

Freitag, 19. Mai 2017, 19 Uhr Alte Kelter Fellbach Große Eröffnung Unkostenbeitrag 5 €, Schüler und Studenten frei Mit Bewirtung

Eröffnungsfest

Musik – Tanz – Akrobatik – Lieder

Grußworte

Die Eröffnungsfeiern des Kultursommers sind legendär. Im Ambiente der Alten Kelter wird ein Feuerwerk der Künste entzündet. Ensembles beider Gastländer stimmen in den Kultursommer ein: temperamentvoll, virtuos, schwindelerregend.

Marta Klimasara
Marta Klimasara

Ein atemberaubendes Schlagzeug-Solo des griechischen Komponisten Iannis Xenakis bildet den Auftakt, interpretiert von der Percussionistin Marta Klimasara. Die an der Stuttgarter Hochschule lehrende Musikerin besticht durch technische Brillanz und einfühlsame Ausdeutung.

En Chordais
En Chordais

Auf traditionellen griechischen Instrumenten, darunter die Kurzhalslaute Oud und die Kastenzither Kanun, entführt das renommierte fünfköpfige Spitzenensemble En Chordais (deutsch »mit Saiten«) aus Thessaloniki in die Welt authentischer griechischer Musik – von den byzantinischen Anfängen bis zum populären Rembetiko.

Canzoniere Grecanico Salentino
Canzoniere Grecanico Salentino

Wie ein »Tornado« sei die Gruppe Canzoniere Grecanico Salentino aus Lecce, die in der Weltmusik kaum ihresgleichen kenne, urteilte die New York Times. So intensiv, geheimnisvoll und zugleich aktuell klinge traditionelle Musik selten. Fabelhafte Sänger, mitreißende Musiker und eine betörende Tänzerin holen das Publikum von den Sitzen.

Drei exzellente Sänger – Matthias Klink (Tenor), Maria Palaska (Sopran) und Dionysos Tsaousidis (Bass) – geben mit italienischen und griechischen Liedern einen Vorgeschmack auf nachfolgende Veranstaltungen des Festivals. Am Klavier begleitet Eberhard Leuser.


Sinakt

Eleganz, Präzision, Energie und Leichtigkeit sind die Kennzeichen der Gruppe Sinakt, die unter der Kuppel der Alten Kelter mit Luftakrobatik fasziniert und Elemente von Zirkus, Tanz und Theater zu einem spektakulären Gesamtkunstwerk verschmilzt.

Samstag, 20. Mai 2017, 19 Uhr Alte Kelter Fellbach Eintritt 19 €, Schüler und Studenten 10 € Konzert mit Weltmusik Mit italienischen und griechischen Spezialitäten

Kalispera – Buonasera

Griechisch-Italienische Nacht

Im Zeichen mediterraner Kultur und Lebensart wird gefeiert. Zwei Spitzenensembles der Weltmusik sorgen für Spannung und ausgelassene Stimmung.

En Chordais
En Chordais

Canzoniere Grecanico Salentino
Canzoniere Grecanico Salentino

En Chordais hat sich der traditionellen griechischen Musik verschrieben. Als Werkstatt der Klänge des östlichen Mittelmeers setzt das Ensemble seine Kenntnisse schöpferisch um. Seine Auftritte mit Violine, Oud, Kanun, Percussion und Gesang werden zum Ereignis. Es kombiniert byzantinische und westliche Musik, spielt festliche, humorvolle und meditative Stücke. Im Zentrum: der Rembetiko, Musik der »Rebellen«, Christen und Armenier, die nach der »kleinasiatischen Katastrophe« 1922 auf das griechische Festland flohen. Man nennt ihn auch den »griechischen Blues«.

Süditalienisches Temperament, gepaart mit explosiver Musikalität – das ist Canzoniere Grecanico Salentino. In ihrer Heimat tritt die prominenteste Weltmusik-Gruppe Italiens schon mal vor 100 000 Zuhörern auf. Auch in New York ist das Ensemble Kult, in Deutschland immer noch ein Geheimtipp. Ein »Tornado« ist CGS für die New York Times, laut Magazin »New Yorker« »kennt diese Gruppe kaum ihresgleichen in der heutigen Weltmusik«. Beeindruckend der vielstimmige Gesang, großartig die instrumentale Besetzung mit Taburella, Violine, Flöten, Bouzouki und Organetto. Und die Tänzerin Silvia Perrone tanzt Tarantella.

Montag und Dienstag, 22. und 23. Mai 2017, 20 Uhr Schwabenlandhalle Fellbach Eintritt 45, 40, 32, 25, 19 €, Schüler und Studenten 10 € zzgl. Servicegebühr Konzert mit Moderation Mit Bewirtung

Belcanto-Abend

mit Diana Haller, Natalie Karl und Matthias Klink
Württembergische Philharmonie Reutlingen

Werke von Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti und Gioachino Rossini

Italien gilt als die Wiege der Oper. In der Ära des Belcanto im 19. Jahrhundert führten Komponisten wie Bellini, Donizetti und Rossini die Kunst des »schönen Gesangs« zu voller Blüte. Eigens für Fellbach gestalten drei erstklassige Solisten mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen ein ausgesuchtes Programm mit großen Arien und Ensembles aus »Norma«, »Lʼelisir dʼamore« und anderen Belcanto-Meisterwerken. Durch den Abend führt die bekannte SWR-Moderatorin Katharina Eickhoff.

Diana Haller
Diana Haller / © Martin Sigmund

Matthias Klink
Matthias Klink / © Axel Weiss

Natalie Karl
Natalie Karl / © Thorsten Karl

Die Mezzosopranistin Diana Haller, seit 2010 an der Oper Stuttgart engagiert, zählt zu den aufgehenden Sternen der internationalen Opernszene. Der in Fellbach aufgewachsene Tenor Matthias Klink ist seit vielen Jahren auf den großen Bühnen Europas zu Hause und ebenfalls Ensemblemitglied der Stuttgarter Oper. Dritte im Bunde ist die Sopranistin Natalie Karl. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen spielt unter dem Gastdirigenten und profilierten Opernspezialisten Gerrit Prießnitz.

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19 Uhr StadtMuseum Fellbach Ausstellungseröffnung Eintritt frei Öffnungszeiten Di – So: 14 – 18 Uhr, bis 22. Oktober 2017

In der Fremde zuhaus …

Italienische und griechische Gastarbeiter in Fellbach

Drei Männer in schmutziger Kleidung vor einem Holzschuppen, schwarz-weiss

In den Wirtschaftswunderjahren gingen auch in Fellbach die heimischen Arbeitskräfte aus. Die örtlichen Firmen und Fabriken suchten händeringend neue Mitarbeiter. Als staatliche Hilfsmaßnahme wurden »Gastarbeiter« aus industriell wenig entwickelten Regionen Europas angeworben. Mitte der 1950er-Jahre erreichten die ersten Männer und Frauen aus Süditalien, bald darauf aus Griechenland eine für sie bis dahin unbekannte kleine Stadt: Fellbach.

Die Sonderausstellung im StadtMuseum schildert das Pendeln zwischen den Ländern und Kulturen, zwischen Sprachen, Traditionen und Mentalitäten. Sie erzählt in eindrücklichen Lebensberichten vom Fremdsein und Sich-Annähern, vom Verstehen und vom Aneinander-Vorbeireden. Befragt wurden Gastarbeiter der ersten Stunde und ihre Kinder. Sie alle haben sich für das Bleiben in Deutschland entschieden, für ein Leben »in der Fremde zuhaus«. Das StadtMuseum bietet den Fellbachern aus den Kultursommer-Gastländern Italien und Griechenland ein Podium zum Rückblick auf die Anfangsjahre, nicht ohne auch aktuelle Fragen zu Heimat, Fremdsein und Neuanfang zu stellen.

Samstag, 27. Mai 2017, 20 Uhr Musikschule Fellbach Jazz auf Italienisch 1 Eintritt 19 €, Schüler und Studenten 10 € Mit Pausenbewirtung

Gianluigi Trovesi und Gianni Coscia

Klarinette und Akkordeon
Die Altmeister auf ihren Instrumenten – unplugged

Coscia und Trovesi bei einem gemeinsamen Auftritt
Coscia und Trovesi

Die erste Begegnung fand 1998 statt: Das berühmte Duo gastierte beim Vorgängerfestival des Kultursommers in Fellbach und entzückte das Publikum. 2017 sind die beiden Ausnahmemusiker älter geworden, aber immer noch unwiderstehlich. Mit augenzwinkernden Anspielungen bewegen sie sich durch die Welt der italienischen Musik – souverän, ironisch, traumtänzerisch und traumwandlerisch sicher. In ihren Improvisationen gelangen Trovesi und Coscia ans Herz jedes Stückes und erweitern seinen Horizont, aber sie lieben es auch, spitzbübisch mit den Klängen zu spielen. »Was unsere Zusammenarbeit ausgelöst hat«, sagt Trovesi, »war der Klang, der Klang des Akkordeons, der Klang der Klarinette. Und wir leben diese Klänge gemeinsam, um eine Geschichte zu erzählen, mit Poesie, mit Delikatesse, mit Humor.«

Gianluigi Trovesi gehört zu den wichtigsten europäischen Jazzmusikern. Spielerisch schöpft er aus Jazz, Klassik und Volksmusik. 2000 wurde er als bester Musiker des Jahres in Italien geehrt. Gianni Coscia, »einem der führenden Jazz-, Klezmer- und Tangoakkordeonisten, dem Poeten eines fast verschwundenen Italiens«, hat Luciano Berio seine Sequenza XIII gewidmet.

Mittwoch, 31. Mai 2017, 20 Uhr Stadtbücherei Fellbach Lesung und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 € Ein Glas griechischen Wein und Oliven stiftet KRINI, Weinstadt.

Petros Markaris

Krimiautor aus Athen

Moderation: Anna Koktsidou

Petros Markaris ist ein Begriff. Mit seinen Kriminalromanen ist er zum wohl bekanntesten zeitgenössischen Autor Griechenlands avanciert. Sein Kommissar Kostas Charitos wird in einem Atemzug mit Brunetti, Wallander und Montabano genannt. In seinen Romanen verbindet er spannende Geschichten mit zeitkritischen Bezügen.

Markaris ist auch gefragter Gesprächspartner, wenn es um die politische Situation in seinem Heimatland und um Griechenlands Verhältnis zu Europa und Deutschland geht. Die griechische Krise hat er früh vorausgesehen und mit hellsichtigen Kommentaren begleitet. Kenntnisreich analysiert er die griechischen Verhältnisse im Kontext der Geschichte seines Landes. Für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen Griechenland und Deutschland wurde er 2013 mit der Goethemedaille ausgezeichnet. Weltgewandtheit wurde ihm in die Wiege gelegt. Als Sohn einer armenischen Mutter und eines griechischen Vaters 1937 in Istanbul geboren, besuchte er eine deutsche Schule und studierte u. a. in Stuttgart und Wien. Er hat Brecht und Goethe ins Griechische übersetzt und Mitte der 1990er Jahre begonnen, Kriminalromane zu schreiben. In Fellbach liest er aus seinem jüngsten Werk »Der Tod des Odysseus«, in dem es um moderne Irrfahrer und Glückssucher geht.

Donnerstag, 1. Juni 2017, 19 Uhr Galerie der Stadt Fellbach Ausstellungseröffnung Eintritt frei Öffnungszeiten Di – Do: 16 – 19 Uhr, Fr – So: 14 – 18 Uhr, bis 10. September 2017

Nikos Economopoulos

Fotografien aus Griechenland

Mit Nikos Economopoulos setzt das Kulturamt das Thema Dokumentarfotografie fort. In Fellbach waren bisher u. a. Arbeiten von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Erich Lessing, Thomas Hoepker und Thomas Vogel zu sehen.

Kleinkind in Latzhose mit Spielzeug-Vogel, schwarz-weiss
Epirus / »My son Dimitris« © Nikos Economopoulos / Magnum Photos

Economopoulos hat ebenfalls als Magnum-Fotograf reüssiert. Nach Jurastudium und journalistischer Tätigkeit war er durch die Bilder von Cartier-Bresson zur Fotografie gekommen. Für sein eigenes Schaffen als Fotograf war ihm wichtig, andere Bilder zu zeigen als die von den Ideologien geprägten – ob von der Türkei, wo er sich, damals, zu Hause fühlte, oder vom Balkan, den er wiederholt in den Fokus rückte. Von seiner Heimat Griechenland gelangen ihm eindringliche Porträts. Er hielt das Leben von »Gypsies« ebenso fest wie das von Minenarbeitern oder von Menschen, die illegal über die albanisch-griechische Grenze flohen.

zwei lachende junge Frauen in schmuckvoller Kleidung vor einem Baum, schwarz-weiss
Enobea Island / »A gipsy girl« © Nikos Economopoulos / Magnum Photos

Die Bilder von Economopoulos wurden in The Guardian, The Independent, Le Monde, Libération, The New York Times, El País und DIE ZEIT veröffentlicht. 1992 wurde er mit dem Mother Jones Award, 2001 mit dem Abdi İpekçi Award für die Verständigung zwischen Griechenland und der Türkei ausgezeichnet.

»In Economopoulosʼ Fotografien werden unbedeutende Details des alltäglichen Lebens neu bewertet und in fotografische Ereignisse überführt: ein Lächeln etwa oder ein Beugen des Kopfes, ein unüblicher Sprung, ein Blick.« (Platon Rivellis)

Samstag und Sonntag, 10. und 11. Juni 2017, 19 Uhr Scheune beim Großen Haus Fellbach-Schmiden Uraufführung Eintritt 12 €, Schüler und Studenten 8 €

Im grellen Licht

Schauspiel von Tanjana Tsouvelis

Theater im Polygon
Regie: Peter Hauser
Publikumsgespräch mit der Autorin nach der UA am 10. Juni

Um das hochaktuelle Thema der Unbehaustheit in einem fremden Land geht es in Tanjana Tsouvelisʼ 2009 verfasstem Stück. »Im grellen Licht« spielt auf einer griechischen Insel. Hier versuchen aus Albanien Geflüchtete Fuß zu fassen. Historischer Hintergrund ist der Umstand, dass in den 1990er-Jahren fast eine Million Albaner nach Griechenland kamen. Unter südlicher Sonne flammen Konflikte nicht nur mit den Einheimischen, sondern auch innerhalb der Migrantenfamilie auf. Odeta, die weibliche Hauptfigur, sprengt die Grenzen der ihr zugewiesenen Rolle und löst damit eine Kettenreaktion aus.

Tanjana Tsouvelis, schwarz-weiss
Tanjana Tsouvelis © Carl Brunn

Tanjana Tsouvelis wuchs als Kind deutsch-griechischer Eltern in Hamburg auf, studierte Schauspiel an der Hochschule Ernst Busch, arbeitete als Schauspielerin und Regisseurin, bis sie selbst zum Schreiben kam. Der Durchbruch als Dokumentarfilmerin gelang ihr mit dem Film »Nea Zoi« über das Leben von Roma auf den Müllhalden Athens, der 2002 auf dem Festival Kalemata als bester griechischer Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde. Der Krise in Griechenland widmet sie sich mit literarischen Mitteln. Sie selbst pendelte viele Jahre zwischen Berlin und Athen, lebte zeitweilig auf der Insel Skopelos und ist heute wieder in Deutschland – Frankfurt am Main.

Mittwoch, 21. Juni 2017, 20 Uhr Stadtbücherei Fellbach Lesung und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 €

Raoul Schrott

Hesiod: Theogonie
Über die Entstehung der Götter

Hesiod, der am Fuße des Helikons als Bauer lebte, ist neben Homer der wichtigste griechische Dichter. Er schildert den Griechen die Entstehung der Welt, der Generationen von Göttern, beschreibt ihre Kämpfe untereinander und ihre Liebschaften, erzählt von Prometheus und Pandora, Dämonen und Monstern und von Zeus’ Machtergreifung im Olymp. Raoul Schrott hat diese vermutlich älteste Quelle griechischer Literatur (ca. 700 v. Chr. entstanden) verblüffend modern ins Deutsche übertragen und damit einen neuen, erfrischenden Zugang eröffnet. Ein fundierter Essay über Hesiods Götterkult und den Ursprung der Musen schließt den Band ab, der 2014 erschienen ist.

Der österreichische Schriftsteller Raoul Schrott, 1964 geboren, ist eine Ausnahmeerscheinung. Zum einen literarisch produktiv – als Lyriker und Romancier –, hat er auch mit seinen Übersetzungen antiker Autoren neue Sichtweisen auf die altgriechischen Mythen eröffnet. Mit seiner Neuübersetzung von Homers »Ilias« sowie mit seinem komparatistisch fundierten Brückenschlag zwischen Okzident und Orient, den er in seiner Publikation über die »Homerische Frage« darlegte, löste er über die Fachwelt hinaus lebhafte Diskussionen aus.

Donnerstag, 22. Juni 2017, 20 Uhr Musikschule Fellbach Jazz auf Italienisch 2 Eintritt 19 €, Schüler und Studenten 10 € zzgl. Servicegebühr Mit Pausenbewirtung

Stefano Bollani

Flügel und Fender

Stefano Bollani
Stefano Bollani / © Valentina Cenni

Stefano Bollani beherrscht eine Kunst, die viele andere Jazzer verlernt haben. Er versteht es, sein Publikum zu unterhalten. Der Spaß an der Musik – whatever he plays – ist seine maßgebliche Triebfeder. Das hat er auf seinem letzten Soloalbum »Joy In Spite Of Everything« mustergültig bewiesen. »Seine unbändige Spielfreude machte ihn auch zu einem Publikumsliebling.« (JazzEcho)

Der Star am italienischen Pianistenhimmel wurde klassisch ausgebildet. Nach seinem Abschluss am Konservatorium wandte sich der 1972 geborene Mailänder der Popmusik und dem Jazz zu und spielte mit Größen wie Phil Woods, Han Bennink und Richard Galliano zusammen. Mit Preisen bedacht – 1998 Bestes neues Talent, 2000 Django d’Or, 2013 ECHO Jazz –, gehört er heute zu den führenden Jazz-Pianisten in Europa.

Als Liebhaber des volkstümlichen Liedguts seines Landes lässt er immer auch italienische Stilelemente einfließen. Ihm zuzuhören ist pure Freude, denn er zieht – spielerisch vom Flügel zum Fender wechselnd – das Publikum in seinen Bann: Meister auf dem Klavier und hoch inspirierter Unterhalter, der mit Leidenschaft Grenzen auslotet und sprengt.

Samstag, 24. Juni 2017, 19 Uhr Lutherkirche Fellbach Meister der Barockmusik Eintritt 25 €, Schüler und Studenten 10 € zzgl. Servicegebühr

Il Giardino Armonico

Werke italienischer Komponisten von Giovanni Gabrieli bis Antonio Vivaldi

Leitung: Giovanni Antonini

Il Giardino Armonico
Il Giardino Armonico / © Lukasz Rajchert

Bereits 1998, beim Vorgängerfestival des Europäischen Kultursommers, begeisterte Il Giardino Armonico die Zuhörer: pures Glück beim Eintauchen in Vivaldis »Die vier Jahreszeiten«. Damals noch ein Geheimtipp, hat sich das 1985 von Giovanni Antonini gegründete Ensemble aus Mailand seit Langem als eines der führenden Originalklang-Ensembles etabliert. Il Giardino Armonico tritt regelmäßig auf den wichtigen internationalen Konzertpodien auf und wird zu Festivals auf der ganzen Welt eingeladen. Für Konzerte werden die Barockspezialisten ebenso gefeiert wie für ihre Opernproduktionen – darunter Händels »Giulio Cesare in Egitto« bei den Salzburger Festspielen 2012. Die Zusammenarbeit mit namhaften Solisten wie Isabelle Faust, Anna Prohaska, Viktoria Mullova und Cecilia Bartoli findet ein überwältigendes Echo. Die CD-Einspielung des Projekts »Sacrificium« mit Cecilia Bartoli erreichte Platin-Status in Frankreich und Belgien. Für Teile des groß angelegten Projekts mit Werken von Haydn erhielt Il Giardino Armonico 2015 einen ECHO Klassik und die Auszeichnung von Classica als Choc de l‘Année. Sein Gründer, künstlerischer Leiter und Dirigent Giovanni Antonini ist zugleich herausragender Solist an Blockflöte und Traversflöte.

Mittwoch, 28. Juni 2017, 20 Uhr Stadtbücherei Fellbach Lesung und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 € Mit einem Glas Schnaitmann-Wein

Hanns-Josef Ortheil

Mein Italien

Hanns-Josef Ortheil
Hanns-Josef Ortheil / © Luchterhand Literaturverlag

Der Italien-Liebhaber und -Kenner Hanns-Josef Ortheil hat das Land nicht nur bereist und ausgekostet, sondern auch zu einem zentralen Gegenstand seines literarischen Schaffens gemacht. Nach »Faustinas Küsse(n)« sehnt sich Goethe selbstverständlich in Rom, »Im Licht der Lagune« spielt wo sonst als im Venedig des 18. Jahrhunderts. An Venedig richtet er immer wieder literarische Liebeserklärungen; Rom ist ebenfalls über Jahrzehnte hinweg in seinem Werk präsent. Von der »Römische(n) Sequenz«, die er als Stipendiat in der Villa Massimo verfasste, spannt sich der Bogen bis zu seinem Roman »Rom, Villa Massimo«, in dem er die legendäre Institution mit Insider-Wissen und unterhaltsam beschreibt. »Rom. Eine Ekstase« – so heißt sein »Reiseführer«, in dem von Goethes und Thomas Manns Rom-Erfahrungen ebenso wie von den »Oasen der Sinne«, von römischen Gärten und römischen Ristorantes, kundig und verführerisch die Rede ist. »Dichter und sinnlicher kann man Rom nicht präsentieren«, schrieb DIE ZEIT.

Hanns-Josef Ortheil ist demnach wie kein Zweiter berufen, »sein« Italien-Bild zu zeichnen. Ortheil ist Schriftsteller, Germanist, Hochschullehrer und Pianist. Für sein reiches Schaffen wurde der in Stuttgart lebende Autor u. a. mit dem ThomasMann-Preis und dem Nicolas-Born-Preis ausgezeichnet.

Freitag, 30. Juni 2017, 20 Uhr Rathaus Fellbach, Großer Saal Musikalisch-Literarische Feier Eintritt 12 €, Schüler und Studenten 8 € Griechischen Wein stiftet KRINI, Weinstadt. Dazu gibt es Gebäck.

Ode an Dionysos

Ein bacchantischer Abend rund um den Wein
mit Texten von Homer bis Elytis und Liedern von Henry Purcell bis Manos Hadjidakis

Maria Palaska (Sopran), Ilonka Heilingloh (Klavier), Michael Speer (Sprecher), Anna Koktsidou (Moderation)

Maria Palaska
Maria Palaska

Der Weinbau spielt für Fellbach eine herausragende Rolle, in Griechenland hat er eine jahrtausendealte Tradition. Bereits Homer würdigte die Kraft des Weines, dem er angeblich selbst gerne zusprach, weshalb ihn der Dichter Horaz »vinosus Homerus« nannte. Für den Wein erfanden die Griechen einen eigenen Gott: Dionysos, dessen Symbole Wein und Weinstock auch vom Christentum übernommen wurden. Die griechische Literatur von der Antike bis heute feiert den Wein – auch als Quelle der Inspiration.

Dargeboten werden Lieder und Texte von profilierten und gut aufgelegten Interpreten. Die in Fellbach lebende Sopranistin Maria Palaska studierte in Thessaloniki und an der Musikhochschule Stuttgart und ist in Opern, Oratorien und als Liedsängerin zu hören. Michael Speer ist Sprecher beim SWR-Hörfunk und Fernsehen und gestaltet eigene Bühnenprogramme. Anna Koktsidou ist Redakteurin bei SWR International und Integrationsbeauftragte des SWR.

Sonntag, 2. Juli 2017, 19 Uhr Musikschule Fellbach Musikalisch-Literarische Soiree Eintritt 18 €, Schüler und Studenten 10 € Mit Pausenbewirtung

Eine Italienische Reise

Von Goethe bis Gernhardt – von Corelli bis Nino Rota

Fellbacher Kammerorchester
Dirigent und Musikauswahl: Thomas M. J. Schäfer
Sprecher: Klaus Hemmerle, Textauswahl: Thomas Sträßer

Fellbacher Kammerorchester
Foto: Eva Herschmann

»Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?« Das Mignon-Lied von Goethe bildet den Auftakt einer musikalisch-literarischen Reise quer durch die Epochen. Der literarisch formulierten Italienaffinität der Deutschen antworten italienische Komponisten des 17. bis 20. Jahrhunderts. Auf dem musikalischen Programm stehen Werke u. a. von Corelli, Vivaldi, Salieri, Respighi bis hin zu Filmmusik von Nino Rota und ItaloHits. Das Streichorchester als ureigenes »Instrument« italienischer Komponisten, das sich in Rom (Corelli) und Venedig (Vivaldi) als eigenständiger Klangkörper herausbildete, wird teilweise ergänzt durch Oboen und Hörner. Gedichte und Texte von Goethe, Bergengruen, Rilke, Feuchtwanger, Robert Gernhardt, Hanns-Josef Ortheil, Sigrid Damm und Jan Wagner setzen die literarischen Kontrapunkte.

Das Fellbacher Kammerorchester besteht aus musizierfreudigen Laien und wird von professionellen Musikern unterstützt. Seit September 2016 wird es von Thomas Schäfer geleitet, der seit dem Abschluss seines Kapellmeisterstudiums in München 2008 als Dirigent, Organist, Liedbegleiter und Komponist tätig ist. Der profilierte Schauspieler und Regisseur Klaus Hemmerle hat sich in Fellbach durch zahlreiche Gastauftritte einen Namen gemacht.

Freitag, 7. Juli 2017, 19 Uhr Rathaus Fellbach, Großer Saal Öffentliches SWR2 Forum Eintritt frei, kostenlose Eintrittskarten

Mein Haus, mein Tisch, mein Bett

Vom Geist der Gastfreundschaft

Jagoda Marinić
Jagoda Marinić / © Dorothee Piroelle

Gastfreundschaft ist seit Menschengedenken ein hohes Gut. In der Antike war es oberste Pflicht, Reisenden Brot und Bett zu gewähren. Ungastlichkeit bestraften die Götter. Im Christentum gehört die Gastfreundschaft zu den sieben Werken der Barmherzigkeit. Und die Bibel erzählt, dass der Gastgeber auch einen Engel beherbergt haben könnte (Hebräer 13,2). Der Koran lobt Abraham als ersten, beispielhaften Gastgeber (Sure 51). Bis zu drei Tage sollen Muslime einen »Fremden« aufnehmen. Während in südlichen Ländern noch heute weder Kosten noch Mühen gescheut werden, um einen Gast großzügig zu empfangen und zu bewirten, hat sich die Gastfreundschaft hierzulande zu einem Geschäft auf Gegenseitigkeit entwickelt: Keine Einladung ohne eine zumindest gleichwertige Gegeneinladung. Und die Grenzen der Gastfreundschaft sind eng gesteckt. »Die Gastfreundschaft ist die Kultur selbst«, hat der französische Philosoph Jacques Derrida gesagt. Welche Bedeutung hat sie in einer mobilen und globalisierten Gesellschaft?

Jagoda Marinić veröffentlichte 2016 »Made in Germany. Was ist deutsch in Deutschland?«. Heidrun Friese schrieb über »Grenzen der Gastfreundschaft. Die Bootsflüchtlinge von Lampedusa und die europäische Frage«. Burkhard Liebsch ist Herausgeber des Bandes »Perspektiven europäischer Gastlichkeit«.

Mittwoch, 12. Juli 2017, 20 Uhr Stadtbücherei Fellbach Podiumsdiskussion

Deutsches Herz: Motor für Europa?

mit Angelo Bolaffi, Rom; Ulrike Guérot, Berlin
Moderation: Martin Kilgus, IFA-Akademie


Ulrike Guérot / © Butzmann

Angelo Bolaffi
Angelo Bolaffi / © Laurent Burst

Die Rolle Deutschlands in Europa ist umstritten. Umso bemerkenswerter, dass ein italienischer Philosoph das moderne Deutschland als Vorbild für das restliche Europa würdigt. Unter dem Titel »Deutsches Herz« hat Angelo Bolaffi 2014 ein Buch vorgelegt, in dem er mit historischer Sachkenntnis aufzeigt, dass es eher kulturellideelle als ökonomische Faktoren waren, die Deutschland zum Motor für Europa machten. Etwas anders sieht es die in Berlin lebende Publizistin, Politologin und Europaexpertin Ulrike Guérot, die sich für eine europäische Republik engagiert, in der die Nationalstaaten ihre Eigeninteressen in das Konzept einer demokratisch verfassten europäischen Einheit einordnen.

Angelo Bolaffi ist Professor für politische Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom. Bei seinem Studium an der FU Berlin stand er dem linken politischen Spektrum nahe und war u. a. mit Rudi Dutschke bekannt. Von 2007 bis 2011 Direktor des Italienischen Kulturinstituts Berlin, gilt er als einer der profiliertesten Deutschlandkenner Italiens. Ulrike Guérot war u. a. Mitarbeiterin von Jacques Delors, gründete das European Democracy Lab in Berlin, verfasste zusammen mit Robert Menasse ein Manifest zur »Gründung einer Europäischen Republik« und ist Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems.

Samstag, 15. Juli 2017, 19 – 24 Uhr Stadtmitte Lange Nacht – Kultur Und Einkaufen
Eintritt frei Mit Bewirtung

Auf nach …
Italien und Griechenland

mit der sizilianischen Band Giufà

Gruppe Giufà
Giufa / © Risiko

Traditionell wird die Lange Nacht in den Kultursommer eingebettet. Als Hommage an die Gastländer macht sich die Fellbacher Innenstadt 2017 »Auf nach … Italien und Griechenland«. Zum Flanieren und Schauen, Hören und Verweilen laden Kulturamt, StadtMuseum, Stadtbücherei, Kunstverein, Lutherkirche, Weltladen und zahlreiche Geschäfte ein.

Im Rathausinnenhof spielt die Gruppe Giufà aus Catania (Sizilien), die in der internationalen Szene als vielversprechendste Band der europäischen Weltmusik gilt, einen temperamentvollen Mix aus mediterranen Klängen und osteuropäischer Balkanmusik. Vor dem StadtMuseum treten passend zur »Gastarbeiter«-Ausstellung griechische und italienische Gruppen auf; in der Galerie sind »Bilder aus Griechenland« zu sehen. Die Stadtbücherei hat das Duo Phantasma mit Alessandro Bariccos »Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten« eingeladen. Italienische Töne erklingen bei einem Wandelkonzert der Stadtkapelle Fellbach an verschiedenen Ecken der Stadt.

Sonntag, 16. Juli 2017, 19.30 Uhr Christus-König-Kirche, Fellbach-Oeffingen Fellbacher Orgelkonzerte Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 €

Ein Fest für die Orgel

Klänge aus Italien

Vincenzo Allevato spielt Werke von Johann Sebastian Bach (nach Antonio Vivaldi), Marco Enrico Bossi und Ottorino Respighi

Vincenzo Allevato
Vincenzo Allevato

Vincenzo Allevato, geboren 1989 in Italien, wurde mit elf Jahren als Jungstudent an der Musikhochschule Cosenza bei Prof. Claudio Brizi angenommen. Dort hat er Klavier, Orgel, Cembalo und Komposition studiert. Mit 21 Jahren schloss er sein Studium ab und erhielt ein Diplom mit besonderer Auszeichnung.

Seit 2013 studierte er Orgel und Kirchenmusik in der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Jon Laukvik, Improvisation bei Prof. Johannes Mayr, Chorleitung bei Prof. Denis Rouger und Prof. Johannes Knecht sowie Orchesterleitung bei Prof. Richard Wien. Im Juli 2015 schloss er den Master in Orgel mit besonderer Auszeichnung ab.

Vincenzo Allevato gibt regelmäßig Konzerte in ganz Europa (u. a. Köln, Stuttgart, Wien, Florenz) und ist bei renommierten Festivals zu Gast (Torgauer Orgelsommer, Bernauer Orgelsommer, Potsdamer Orgelsommer, Krefelder Orgelsommer, Gladbecker Orgelsommer, Settimana Organistica Internazionale Piacenza u. a.). »Ein italienischer Nachwuchsorganist, der zu den schönsten Hoffnungen Anlass gibt«, schreibt die Presse.

Freitag, 21. Juli 2017, 20 Uhr Rathaus-Innenhof Open-Air-Konzert Eintritt 29 € Schüler und Studenten 15 € zzgl. Servicegebühr

Giannis Haroulis und Band

Der charismatische Sänger aus Kreta

Inspired crossover from Greece

Giannis Haroulis
Giannis Haroulis

Giannis Haroulis ist der derzeit erfolgreichste Künstler in Griechenland: ein großartiger Interpret und charismatischer Performer. Giannis Haroulis einem bestimmten Musikgenre zuzuordnen, fällt schwer. Denn seine Wurzeln in der kretischen Musik und sein experimenteller Umgang mit der Tradition schaffen eine neue, zutiefst eindrucksvolle Musiksprache, in der sich Elemente griechischer Volksmusik mit rockigen Anklängen mischen. Haroulis ist Sänger, Komponist und Lautenspieler und hat mit vielen berühmten griechischen Musikern zusammengearbeitet, unter ihnen Mikis Theodorakis und Stavros Xarchakos. Seine Stimme, reif und leidenschaftlich, erlaubt es ihm, die Bedeutung hinter den Texten zu offenbaren und auch ein Publikum ohne Griechisch-Kenntnisse unmittelbar zu berühren. Mit der Aura, die von seiner Stimme und Person ausgeht, lädt er uns ein auf eine musikalisch-mediterrane Reise – voller Gefühle und Emotionen.

Greece on Tour

Samstag, 22. Juli 2017, 20 Uhr Alte Kelter Fellbach Grosses Konzert Eintritt 25 €, Schüler und Studenten 15 €

Axion Esti – Gepriesen sei

Volksoratorium von Mikis Theodorakis
nach dem Langgedicht von Odysseas Elytis

Dionysos Tsaousidis
Dionysos Tsaousidis

»Bibel des griechischen Volkes« hat Mikis Theodorakis die Dichtung genannt, die seinem Volksoratorium zugrunde liegt. Umgekehrt hat die Vertonung durch Mikis Theodorakis das Werk erst populär gemacht. Wie kein zweites spiegelt es griechische Geschichte und Traditionen wider, bietet es – in Text und Musik – identitätsstiftende Momente. Odysseas Elytis, der aus Kreta stammte, schuf mit seinem Langgedicht 1958 einen neuen griechischen Mythos, der aus der Erfahrung von Krieg und Leid eine neue friedli che Zukunft beschwört. Theodorakis, selbst von Krieg und Bürgerkrieg gezeichnet, vertonte den Hymnus im Pariser Exil. Nach der Aufführung in Griechenland 1964 wurde »Axion Esti« Kult und ist es bis heute geblieben. In seiner kontrastreichen Komposition verschmilzt Theodorakis unterschiedliche Stilmittel aus Gegenwart und griechischer Tradition. Klassische westliche Musik, verkörpert durch das Symphonieorchester, und griechische Volksmusik mit Instrumenten wie Bouzoukis, Gitarren und Mandoline gehen eine einzigartige Symbiose ein.

Philharmonischer Chor
Philharmonischer Chor / © Peter Hartung

Die Aufführung in Fellbach ist groß besetzt. Rund 130 Sängerinnen und Sänger der beiden Fellbacher Chöre bringen das Werk teils in Deutsch, teils in der Originalsprache dar und leisten einen interkulturellen Brückenschlag. Die Zwischentexte werden von dem renommierten Schauspieler Michael Stiller gesprochen. Der junge Bariton Dionysos Tsaousidis studierte an der Musikhochschule in Stuttgart und wurde 2015 mit dem Preis der Deutschen Schubert-Gesellschaft geehrt.

Mittwoch, 19. Juli 2017, 20 Uhr, Stadtbücherei Fellbach
Einführungsvortrag von Olga Bezantakou, FU Berlin, Eintritt frei

Die junge Literaturwissenschaftlerin, die derzeit an der FU Berlin promoviert, spricht über den Schriftsteller Odysseas Elytis und sein Hauptwerk »To Axion Esti«. Sie beleuchtet die Dichtung des griechischen Nobelpreisträgers und geht auf die musikalische Umsetzung durch Mikis Theodorakis ein.

Mittwoch, 26. Juli 2017, 19.30 Uhr Rathaus Fellbach, Kleiner Saal Vortrag und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 €

Griechenland – Krise ohne Ende?

Vortrag von Dr. Ulf-Dieter Klemm, Berlin/Athen

Ulf-Dieter Klemm
Ulf-Dieter Klemm

»Troika telos! Schluss mit der Troika!« hatte der junge Wahlsieger Alexis Tsipras am 25. Januar 2015 versprochen. Es folgte ein halbes Jahr, in dem die griechische Schuldenkrise und der Finanzminister und Motorradfan Yanis Varoufakis die Medien in Europa beherrschten. Seit den erneuten Wahlen vom September 2015 ist es seltsam still geworden um Griechenland. Aber vorbei ist die Krise nicht – vielmehr noch um die Flüchtlingsthematik erweitert. Im deutsch-griechischen Verhältnis hat die Krise Wunden geschlagen und einmal mehr gezeigt, wie wenig die meisten Menschen beider EU-Länder übereinander wissen. Über die politische und kulturelle Situation Griechenlands im zeitgeschichtlichen Kontext und über das deutsch-griechische Verhältnis spricht Ulf-Dieter Klemm.

Dr. Ulf-Dieter Klemm, Botschafter a. D., gilt als einer der besten Griechenlandkenner in Deutschland. Er hat sechs Jahre seiner Jugend in Athen gelebt und war in den 1980erJahren Kulturreferent an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Athen. Klemm hat literarische Werke aus dem Griechischen übersetzt und zahlreiche Artikel und Bücher zu Griechenland verfasst und herausgegeben, u. a. »Die Krise in Griechenland: Ursprünge, Verlauf, Folgen«, 2015.

Samstag, 29. Juli 2017, 20 Uhr Musikschule Fellbach Jazz auf Griechisch Eintritt 18 €, Schüler und Studenten 10 € Griechischen Wein stiftet KRINI, Weinstadt.
Am 28. Juli, um 16 Uhr, findet eine öffentliche Probe bei freiem Eintritt statt.

Natassa Mare and Friends

Thessaloniki meets Fellbach

Natassa Mare
Natassa Mare / © Sakis Karakasidis

Begeisterung herrschte im Theaterhaus, als die charismatische Sängerin Natassa Mare 2013 dort zu Gast war. Bei der improvisierten Begegnung mit dem Schlagzeuger Hans Fickelscher funkte es. In Fellbach wird Wiedersehen gefeiert. Mit von der Partie sind hochkarätige griechische Jazz-Musiker sowie der erstklassige Saxofonist Wolfgang Fuhr. »Was für eine wunderbare Stimme! Was für eine Sensibilität! Ich sage ihr eine große Karriere voraus«, schrieb ein französischer Kritiker über Natassa Mares Gesang und Ausstrahlung. Und der Herausgeber des Jazz & Jazz Magazine schwärmte von der erotischen Wirkung ihrer Lieder, die ihn an Shakespeares Sonette und Pasolinis Filmaufnahmen erinnere. Der Pianist Filippos Kostavelis kam über die klassische Ausbildung zum Jazz und lehrte an der HFM Hanns Eisler, Berlin. Er lebt wie der Bassist Georgios Smyrnis in Thessaloniki.

Musikalisch sind spannende Grenzgänge zwischen traditioneller griechischer Musik, Weltmusik und Jazz zu erwarten, leichtfüßige Improvisationen und Arrangements. Auf den Spuren mediterraner Volksmusik wird das Jazz-Quintett spielerisch und virtuos kommunizieren.

Sonntag, 30. Juli 2017, 19 Uhr Pauluskirche Fellbach Geistliche Vokalmusik mit Begleitung Eintritt 18, 14, 10 €, Schüler und Studenten 9, 7, 5 €

Petite Messe Solennelle

von Gioachino Rossini
für Soli, Chor, Klavier und Harmonium

Fellbacher Vocalensemble (Leitung: Gerhard Möller)

Fellbacher Vocalensemble
Fellbacher Vocalensemble

»Klein« ist an Gioachino Rossinis später »Messe solennelle« nur die kammermusikalische Begleitung durch Klavier und Harmonium. Musikalisch verbindet sich in dieser Messe der Melodienreichtum des großen Opernkomponisten mit der Polyphonie der alten Kirchenmusik und der barocken Kunst des Kontrapunkts. Ein opulentes Werk, das der alte Rossini mit feiner Ironie als »arme kleine Messe« seinem Schöpfer widmete: »Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bißchen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.«

Der Schwerpunkt des Fellbacher Vocalensembles liegt auf anspruchsvoller geistlicher A-cappella-Musik des Barock, der Romantik und des 20. Jahrhunderts. So gestaltete der Chor 2014 beim Europäischen Kultursommer Fellbach ein Programm estnischer und finnischer Komponisten aus diesen Epochen. Hinzu kommen immer wieder Mess- und Oratorienaufführungen wie das Brahms-Requiem oder Händels »Messiah« im Jahr 2015.

Samstag, 5. August 2017, 20 Uhr Rathaus-Innenhof Open-Air-Konzert Eintritt 30 €, Schüler und Studenten 16 € zzgl. Servicegebühr Mit Bewirtung

Pippo Pollina und Band:

Il Sole che verrà

Pippo Pollina
Pippo Pollina

Pippo Pollina gehört zu den wichtigsten Liedermachern Italiens und in die Tradition der Cantautori, für die ihre Texte ebenso wichtig sind wie die Musik. 1963 in Palermo geboren, engagierte er sich schon als Student in der Antimafia-Bewegung, bis er nach der Ermordung von Giuseppe Fava 1985 Italien verließ. Seit 20 Jahren lebt er in der Schweiz und erlangte zunehmende Berühmtheit. Höhepunkte seiner Karriere waren die Konzerte zu seinem 50. Geburtstag mit Gästen wie Konstantin Wecker, Giorgio Conte und dem Bürgermeister von Palermo Leoluca Orlando, sein Auftritt in der Arena di Verona vor rund 10 000 Besuchern sowie ein Mega-Konzert im Hallenstadion von Zürich 2015. 2017 kehrt der charismatische Liedermacher und Poet zurück auf die Bühne – mit neuem Programm und Album: Il sole che verrà (»Die Sonne wird kommen«).

Seine Themen sind Sehnsucht und Erfüllung, Kummer und Glück sowie die Hoffnung, dass von der Musik mehr Menschlichkeit ausgehen möge. Seine Lieder sind lyrische Balladen, poetische Protestlieder und rockige Songs – dabei bleibt Pollinas Sprache sensibel und zart und sorgt nicht selten für Gänsehaut.

Sonntag, 20. August 2017, 19.30 Uhr Pauluskirche Fellbach Orgelkonzerte Eintritt 12 €, Schüler und Studenten 6 €

Trompete und Orgel – Italienische Musik des 18. Jahrhunderts

Sergio Orabona (Orgel/Italien), Karl-Heinz Halder (Trompete)
Werke von Giuseppe Torelli, Vincenzo Petrali, Enrico Pasini, Marco Enrico Bossi, Tomaso Albinoni und Carlo Tessarini

Sergio Orabona
Sergio Orabona

Karl-Heinz Halder
Karl-Heinz Halder

Sergio Orabona, geboren 1978 in Neapel, studierte u. a. bei Vincenzo de Gregorio, Arturo Sacchetti, Daniel Roth, Harald Vogel und am Päpstlichen Musikinstitut in Rom bei Giancarlo Parodi. Von 1995 bis 2001 wirkte er als Organist der Wallfahrtsbasilika Madonna del Carmine in Neapel und von 1997 bis 2007 als 2. Organist der Kathedrale von Neapel. Regelmäßige Solound Orchesterauftritte führen ihn quer durch Europa und in die USA. Seit 2012 ist er Organist der St. Nikolaus Kirche in Stuttgart. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Internationalen Stuttgarter Orgelfestivals. »Meisterhaftes Orgelspiel« bescheinigt ihm die Presse.

Karl-Heinz Halder studierte Trompete an der Hochschule für Musik in Berlin und in Paris bei Pierre Thibaud. Nach seinem Engagement beim Radio-Sinfonieorchester Berlin (heute Deutsches Sinfonieorchester Berlin) war er als Solotrompeter im Orchester des Mannheimer Nationaltheaters und im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR tätig. Seine rege internationale Konzerttätigkeit führte ihn durch Europa, die USA, Japan, Australien, Südafrika und nach China.

Mittwoch, 23. August 2017, 19.30 Uhr Rathaus Fellbach, Kleiner Saal Vortrag und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 €

Fragiles Italien

Vortrag von Almut Siefert
Italien-Korrespondentin der Stuttgarter Zeitung und Nachrichten

Almut Siefert
Almut Siefert

Am 24. August 2016 bebte die Erde rund um den kleinen Ort Amatrice. 298 Menschen verloren dabei ihr Leben. Zusätzlich hat Italien mit politischen und wirtschaftlichen Beben zu kämpfen. Reformen wollen vorangetrieben, der Haushalt in Ordnung gebracht, die Jugendarbeitslosigkeit und die damit einhergehende Abwanderung bekämpft werden. Von der Flüchtlingskrise ist das Land überdurchschnittlich betroffen. Wie geht es dem fragilen Land heute? Ein Bericht nach einem Jahr Leben und Arbeiten in Rom.

Almut Siefert (32) ist seit Juli 2016 als Korrespondentin für die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten in Rom. In Frankfurt geboren und aufgewachsen, blieb sie auch für das Studium der Politikwissenschaften in der Stadt am Main – mit einem kurzen Abstecher nach Florenz im Rahmen des Erasmus-Programms. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei den Stuttgarter Nachrichten und war dort vor ihrer Tätigkeit in Italien als Politik-Redakteurin hauptsächlich für Themen rund um die EU zuständig.

 

Samstag, 26. August 2017, 18 Uhr Scheune beim Großen Haus Fellbach-Schmiden Lesung mit Musik und Wein Eintritt 18 €, Schüler und Studenten 10 € Griechischen Wein und Oliven stiftet KRINI, Weinstadt.

Die Odyssee von Homer

in der klassischen Übersetzung von Johann Heinrich Voß, gelesen von Wolfram Berger, begleitet von Bouzouki-Musik

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung, Vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat, Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet …

Wolfram Berger
Wolfram Berger /© Herbolzheimer

So beginnt eine der einflussreichsten Dichtungen der abendländischen Literatur, die zunächst mündlich weitererzählt und um 750 v. Chr. erstmals schriftlich fest gehalten wurde. Das Epos schildert die Irrfahrten des Königs Odysseus auf der Heimkehr vom Trojanischen Krieg und schließt damit an die »Ilias« an. Zehn Jahre irrt Odysseus – durch widrige Winde verschlagen – umher und muss mannigfache Abenteuer bestehen: etwa die listenreiche Blendung des einäugigen Riesen Polyphem oder die gefahrvolle Passage zwischen den Seeungeheuern Skylla und Charybdis. Schließlich landet Odysseus wieder in Ithaka, wo er seine Frau Penelope wiederfindet.

Die »Odyssee« steckt voll fantastischer Geschichten und ist bis heute eine unerschöpfliche Quelle für Nacherzählungen, Dramen, Opern, bildliche Umsetzungen bis hin zu Comics. Ein literarisches Großereignis der Moderne – James Joyces »Ulysses« – wurde von der »Odyssee« inspiriert. In Fellbach liest Wolfram Berger das Original – natürlich gekürzt. Der geniale Wiener Schauspieler ist bereits mehrfach in Fellbach gewesen – besonders gerne »Im grünen Salon«. Einen »geistig und emotional kulinarischen Abend« stellt er sich vor.

Mittwoch, 6. September 2017, 19.30 Uhr Rathaus Fellbach, Kleiner Saal Vortrag und Gespräch Eintritt 8 €, Schüler und Studenten 5 €

Macht Und Ohnmacht Der Bürger

Politische Ideologie und Wirklichkeit in der Antike

Vortrag von Prof. Dr. Peter Scholz, Universität Stuttgart

In der Antike wurden die Grundlagen von Recht und Politik entwickelt. In den griechischen Städten und in der römischen Kultur bildeten sich politische Ideen, Verfassungsformen und Verfahrensweisen aus, auf denen unsere modernen politischen Begriffe und Institutionen bis heute beruhen.

Peter Scholz
Peter Scholz

Der Vortrag führt in politische Grundbegriffe der griechischen und römischen Kultur ein und fragt nach der Macht der Bürger in der Demokratie Athens und der römischen Republik: Wie konnten sie Politik mitgestalten? Wie waren Ideen wie Freiheit, Gleichheit, Gesetzesherrschaft und Gerechtigkeit in politische Macht »umgemünzt«? Aber es geht auch um die Ohnmacht der Bürger: In welchem Ausmaß war der Einzelne in Athen und in Rom tatsächlich an der politischen Willensbildung und an Entscheidungsprozessen beteiligt? Welche Grenzen waren ihm in rechtlicher und sozialer Hinsicht gesetzt? Und wer war gänzlich ausgeschlossen?

Peter Scholz ist ordentlicher Professor am Historischen Institut der Universität Stuttgart und lehrt dort antike Geschichte und Kultur. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Gebiet der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte, der römischen Republik, der antiken politischen Theorie sowie der Erziehung und Bildung in der Antike vorgelegt. Zuletzt ist von ihm die Überblicksdarstellung »Der Hellenismus. Der Hof und die Welt« erschienen.

Freitag, 8. September 2017, 19 Uhr Lutherkirche Fellbach Konzert Eintritt 35 € mit eingeschränkter Sicht 17 €, Schüler und Studenten 8 € (inkl. Servicegebühr)

Luther in Rom

Ein musikalischer Ortstermin anno 1510/11

Concerto Romano, Rom; Leitung: Alessandro Quarta

Concerto Romano
Concerto Romano / © Gari Wiliams

Pünktlich zum Lutherjubiläum schafft das renommierte Ensemble für Alte Musik in der barocken Lutherkirche ein Klangerlebnis. 15 SängerInnen und Musiker rekonstruieren den Soundtrack von Luthers Besuch in Rom und lassen Originalmusik erklingen, die der Reformator bei seinem Aufenthalt in der heiligen Stadt 1511 gehört haben könnte: In den Kirchen ist Luther gewiss seinem geliebten Josquin Desprez begegnet, aber auch italienischen Polyphonikern wie Costanzo Festa oder Petrus Roselli. Er hat in den Straßen Prozessionsgesänge gehört, die Stimmen des Volkes und anzügliche Kanzonen, die aus herrschaftlichen Palästen klangen. »Eine Hölle auf Erden!« soll er über Rom gesagt haben. Die Stadt musste ihm einerseits wundervoll erscheinen, dank ihrer antiken Zeugnisse, andererseits chaotisch und heruntergekommen. All das verschmilzt in der Musik von Concerto Romano. Dank der Verwurzelung der Interpreten in der Musikkultur ihres Landes gelingt es ihnen, das »Ur-Italienische«, die verschiedenen Stile Übergreifende aufzuspüren.

Samstag, 9. September 2017, 19 Uhr Schwabenlandhalle Fellbach Finale Eintritt frei! Kostenfreie Eintrittskarten Bewirtung: Centro Italiano und Griechischer Elternverein

Abschlussfest für die ganze Stadt

Griechische Musik und italienische Artistik

Mit einem Fest für die ganze Stadt und die gesamte Familie endet der Kultursommer 2017. Bei freiem Eintritt sind alle eingeladen, das rauschende Finale mitzufeiern. Bevor nach den Ferien der Alltag wieder beginnt, kann man sich mit Rembetiko-Musik nach Griechenland wegträumen und bei Körpertheater und Luftakrobatik das Staunen lernen.

Kostas Antoniadis Ensemble
Kostas Antoniadis Ensemble

Liberi di bei akrobatischer Aufführung
Liberi di

Zu einer musikalischen Reise nach Griechenland laden Kostas Antoniadis und sein fünfköpfiges Ensemble. Eine wichtige Station ist der Rembetiko, der »griechische Blues«, als stark rhythmisch geprägte Musik. Daneben gibt es Ausflüge auf die griechischen Inseln sowie Lieder und Balladen. Der Bandleader Antoniadis gilt als bester Bouzoukispieler im deutschsprachigen Raum, der auch die Baglamas virtuos beherrscht. Begleitet wird er von Dimitris Tsiligiris (Gitarre), Nicholas Baldock (Kontrabass), Amalia Krommyda (klassische Gitarre) und seinem Sohn, dem jugendlichen Sänger Stratos Antoniadis. »Mit lodernder Leidenschaft und hoher Musikalität«, lobt die Presse.

Liberi di – frei von aller Erdenschwere präsentiert sich die Truppe mit ihrer unglaublichen zirzensischen Mischung aus Schauspielerei, Tanz, Akrobatik, Jonglage und Clownerie. Im besten Sinne Körpertheater bringt Liberi di auf die Bühne – auch in ihrer jüngsten Produktion »Something«. Die Aufführung ist Liberi di’s Antwort auf die Krise. Was wir brauchen, wenn die Probleme uns über den Kopf wachsen … ist: »etwas«, was uns träumen lässt, was uns atemlos zurücklässt und zum Lachen bringt.

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